• Joan Hinterauer

Nicht mehr Chef sein wird Mainstream?

Dies ist der Start einer Blogreihe rund um folgenden Artikel des Handelsblatt: Warum immer mehr Chefs ihre Mitarbeiter entscheiden lassen.


Das Thema interessiert uns, meinen Kooperationspartner Gebhard Borck und mich, sehr. Er beschäftigt sich seit 1997, ich mich seit 2015 mit Führungs- und Zusammenarbeitsmodellen, die ohne formale Hierarchie - sprich ohne Chef und Chefin - auskommen.


Der Handelsblatt Artikel liefert mir eine perfekte Steilvorlage, um daran meine Erfahrungen der letzten Jahre zu reflektieren. Ich lade Sie ein daran teilzuhaben. Ich freue mich auch über Feedback, dass ihre Erfahrungen oder Fragen widerspiegelt. Gemeinsam mit Gebhard Borck gehe ich gerne darauf ein. In der Auseinandersetzung mit dem Artikel kam ich in einen richtigen “Flow”. Das Ergebnis ist ein langer Text. Für die Lesefreundlichkeit teile ich meine Reflexion daher in mehrere Blogbeiträge auf. Erschrecken Sie nicht, es werden ca. 10 bis 12.


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Die Weihnachtsfeiertage liegen gerade hinter mir als ich heute Morgen durch die diversen Streams lese. Ein Artikel vom Handelsblatt springt mir ins Auge. Titel:


>>Warum immer mehr Chefs ihre Mitarbeiter entscheiden lassen.<<

Kurz flackert Hoffnung in mir auf. Auf dem Bild des Artikels erkenne ich Waldemar Zeiler, dessen Startup Einhorn mir natürlich ein Begriff ist. Ich kenne es nicht wegen ihrer veganen Kondome, sondern aus den Erzählungen vom CEO-Tausch mit der Ottakringer Brauerei.


Ich hörte von diesem Tausch das erste Mal während einer Brauereiführung bei Ottakringer im Rahmen eines Schumbeta Club-Events. Die Aufsichtsratsvorsitzende Christine Wenkheim erzählte uns ausführlich von den Tagen, in denen Waldemar Zeiler das Zepter in der Wiener Familienbrauerei geschwungen hat. Sie war sichtlich beeindruckt, was er in der kurzen Zeit bei den Mitarbeitern erwecken konnte. Umgekehrt erging es dem Ottakringer CEO weniger prickelnd. Keiner bei Einhorn schien ihn so wirklich zu brauchen. Mein erster Eindruck nach den Geschichten über Waldemar Zeiler: Ein toller Querkopf.


Wer mich aufmerksam verfolgt weiß, dass ich formale Hierarchie als Führungsmodell stark kritisiere. Deshalb freut es mich umso mehr, wenn sich Medien wie das Handelsblatt, dieser Thematik widmen. Ein passender Anlass für mich, im folgenden Text meine Perspektiven zur Thematik zu verdeutlichen. Ich gehe dazu immer wieder auszugsweise auf den Originalartikel ein.


Bild von Shutterstock.

Auszug aus dem Artikel:


>>”Doch statt als Chef Innovationen anzustoßen und neue Geschäftsfelder zu erobern, war ich meist damit beschäftigt, Urlaube freizugeben, Vorstellungsgespräche zu führen und Gehälter zu verhandeln. Chef sein war zum Kotzen“, sagt er. „Da fehlte der Sinn.“<<

Waldemar Zeiler öffnet uns in den Zeilen die Gefühlswelt der höchsten Führungsebene. Für viele Chefs und Chefinnen ist in ihrer rauen Wirtschaftswelt die Abwesenheit von Sinn symptomatisch. Dabei sprechen wir geraden von den Menschen, die vermeintlich am meisten Macht und Gestaltungsraum haben. Nichtsdestotrotz sind sie einsam und perspektivlos.


Mir ging es nicht anders, als ich die Position angeboten bekam. Bei mir paarte sich die Ausweglosigkeit mit der Tatsache, dass ich als Chef mit meinem Handeln keine Wirkung mehr erzielte. So kehrte ich Ende 2014 der hierarchischen Unternehmenswelt mit einem unterzeichneten Geschäftsführer-Vertrag den Rücken.

Ich brauchte danach einige Monate, um mich wieder selbst zu finden. Heute, mit Abstand, bin ich froh, mich so entschieden zu haben. Trotzdem ist mir klar, dass der Ausstieg nicht für jede*n die richtige Lösung ist. Gerade in inhabergeführten mittelständischen Betrieben können Chefs und Chefinnen darüber nachdenken, eine Alternative zur formalhierarchischen Unternehmensführung aufzubauen.


Seit ich mich als Selbständiger engagiere identifiziere ich immer wieder diese Ausgangslagen für einen solchen kulturellen Umschwung:

  • Existenzielle Krisen

  • Nachfolge

  • Persönlich prägendes Ereignis beim Inhaber/Inhaberin

  • Gründung eines neuen Unternehmens

Der letzte Punkt weicht dabei stark von der Transformation bestehender Unternehmen ab. Wie diese Unterscheidung aussieht, kann ich gut über eine weitere Aussage aus dem Artikel verdeutlichen:


>>Auf dem Papier sind Zeiler und Siefer zwar noch Geschäftsführer, aber keiner der rund 20 Mitarbeiter ist mehr an ihre Weisungen gebunden. Das haben die Gründer unterschrieben. „Anfangs gab es absolutes Chaos und viele Diskussionen, wer was entscheidet“, gibt Zeiler zu. Viele Einhörner fühlten sich zudem verloren mit der neuen Verantwortung. „Sonst kann man sich über den Chef beschweren. Heute heißt es: Wenn dir etwas stinkt, mach es doch selbst!“<<

Ist es so einfach? Man unterschreibt ein Papier und dann ändern sich die Dinge?

Im nächsten Beitrag teile ich meine Erfahrungen mit dem Transformation-per-Unterschrift-Ansatz aus meinen Anfangstagen mit Holacracy. Finden Sie heraus, ob ich es für eine nachahmenswerte Lösung halte! Eine kurze Vorschau: Tatsächlich habe ich verschiedene Reifegrade in unterschiedlichen Firmen entdeckt. Mehr dazu im nächsten Beitrag, bereits kommende Woche ...


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Gebhard Borck & Joan Hinterauer


Das Aktivistencamp ist ein Angebot an Menschen, die in Ihrer eigenen Firma oder bei Ihren Kunden die Transformation zu neuen Führungs- und Zusammenarbeitsmodellen vorantreiben. Im Fokus steht dabei die Umsetzung einer Betriebswirtschaft mit Menschen und die Entwicklung der eigenen individuellen DNA Ihrer Firma (bzw. die Ihrer Kunden) - Als Ausgangsbasis für eine gezielte zukunftsfähige strategische Ausrichtung. Sie haben im Aktivistencamp die exklusive Möglichkeit 3 Tage mit Wirtschaftsvordenker und Bestsellerautor Gebhard Borck zu verbringen. Er experimentiert nicht mehr, er hat bewiesen, dass es geht (siehe Buch "Chef sein? Lieber was bewegen!" : Buch kaufen). Mit seinen Denkwerkzeugen bringt er Sie in die Lage die Zukunft Ihrer Firma oder die Ihrer Kunden gezielt zu entwickeln. Sie müssen sich nicht länger auf den Zufall oder auf die Ratschläge von Buzzword-Beratern & Kollegen verlassen. Dabei unterstützt wird er von Joan Hinterauer, der seinerseits den inspirierenden Rahmen zum Wissensaustausch sicherstellt. Hier finden Sie weiterführende Informationen zum Aktivistencamp: www.aktivistencamp.de

Darüber hinaus bieten wir exklusiv für Unternehmer/innen die Perspektivreise an. Ein 5-tägiges Intensivformat, indem Sie sich in Ihre eigene Klarheit begeben hinsichtlich der Zukunft Ihrer Firma. Mehr dazu finden Sie unter: www.perspektivreise.de



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